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malerische Gedanken

Vor einigen Jahren habe ich eine Psychotherapie gemacht. Vorausgegangen war, was wir umgangssprachlich „burn out" nennen. Im medizinischen Sinn gibt es 'burn out' nicht, ich hatte eine Erschöpfungs-Depression. 

In der Tagesklinik war einer der Schwerpunkte der Therapie das Malen. Leider machte mir malen so gar keinen Spaß. Ich empfand die Mal-Therapie fürchterlich irgendwie quälend, fühlte mich nicht wohl. 

Im Vergleich zu den anderen Patienten, waren meine Bilder immer so kindlich, sehr naiv.  Meine Psychiaterin schlug vor, dass ich ein Einzelgespräch mit dem Kunsttherapeuten vereinbaren sollte. Ganz zu Anfang unseres Einzelgesprächs fragte der Therapeut mich, wann ich das letzte Mal gemalt hätte. Nach langem Nachdenken antwortete ich, na ich denke so mit 12 Jahren. Da erklärte er mir, dass ich auf dieser Mal-Stufe zurzeit stehe. Wenn man lange nicht gemalt hat und wiederbeginnt, beginnt man an dem Punkt, an dem man aufgehört hat zu malen.

Was soll ich sagen, nachdem ich den Grund wusste machte die Mal-Therapie mir plötzlich riesigen Spaß. Ich hatte eine Erklärung für meine naiven Bilder und war glücklich. 

Bis heute, einige Jahre später, male ich immer noch viel und sehr gerne. Inzwischen viel besser, aber immer noch naiv. Es macht mir einfach Spaß Bilder, Grußkarten, Weihnachtskarten etc. zu malen.